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Projekt „Sprungbrett Ausbildung für Flüchtlinge"

Initiative ermöglicht jungen Schutzsuchenden den Weg in Ausbildung

Kiel. Unter den in Schleswig-Holstein eingereisten Schutzsuchenden befinden sich zahlreiche junge Menschen, die in ihren Herkunftsländern keine berufliche Ausbildung abschließen konnten. Parallel hat Schleswig-Holstein großen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Daher haben die vier Partner – das Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein, die Bundesagentur für Arbeit, vertreten durch die Agenturen und Jobcenter sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) gemeinsam mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) – das Projekt „Sprungbrett Ausbildung für Flüchtlinge“ an den Standorten Kiel, Lübeck und Elmshorn gestartet. Das Projekt soll Wege aufzeigen, wie erfolgreiche Integration in Ausbildung gelingen kann und zugleich ein lernendes System sein, das wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte und Initiativen liefert.

In dem Projekt hält das Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein eine ausbildungs- und berufsbezogene Sprachvermittlung an den Berufsbildenden Schulen vor, UVNord gewinnt Betriebe und Unternehmen, die Schutzsuchenden die Ausbildung ermöglichen, die Bundesagentur für Arbeit, vertreten durch Agenturen und Jobcenter, beauftragen die Berufsorientierung und Arbeitserprobung und weisen die Schutzsuchenden dafür zu. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) koordiniert die Initiative „Sprungbrett Ausbildung für Flüchtlinge“ und setzt die berufliche Orientierung um, berät und schafft für die Schutzsuchenden berufliche Perspektiven.

An den Standorten Kiel, Lübeck und Elmshorn werden derzeit jeweils rund 17 Schutzsuchende für die Aufnahme eine Ausbildung bzw. einer Einstiegsqualifizierung vorbereitet. Die ersten Teilnehmer freuen sich bereits über unterschriebene Ausbildungsverträge oder der Abschluss steht bei einigen kurz bevor.

„Die Sprungbrett-Initiative ist ein Beleg dafür, wie man mit einer gezielten Förderung und guter Begleitung den jungen Menschen, die zu uns gekommen sind, eine Perspektive für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft verschaffen kann“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst. Besonders wichtig sei es, so Ernst, jungen Flüchtlingen die Perspektive in eine Duale Ausbildung zu vermitteln. Insofern sei das Projekt eine gute Ergänzung zu den Anstrengungen, die die Landesregierung unternommen habe, um insbesondere den jungen Flüchtlingen den Zugang zu Bildung und Beschäftigung zu ermöglichen. Im Jahr 2015 sind rund 9.000 schulpflichtige Flüchtlinge in Schleswig-Holstein angekommen. Aktuell werden rund 7.530 Schülerinnen und Schüler in den Basisstufen der Zentren für Deutsch als Zweitsprache (DaZ-Zentren) an den Schulen unterrichtet. Sie besuchen 469 DaZ-Klassen an den 194 DaZ-Zentren. Ministerin Ernst begrüßte die gelungene Kooperation von Wirtschaft, Bundesagentur und Bildungsministerium. „Nur in einer gemeinsamen Anstrengung wird es uns gelingen, diese Aufgabe zu bewältigen“.

UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich verdeutlichte in seinem Statement: „Mit der Sprungbrett-Initiative haben wir uns frühzeitig der Personengruppe angenommen, deren gesamtes Berufsleben noch bevorsteht und für die wir eine frühzeitige Integration in den Arbeitsmarkt benötigen, um ihnen in Schleswig-Holstein Perspektiven zu bieten. Die Erfahrungen zeigen zum einen, dass die Schutzsuchenden lern- und wissbegierig sind und mit viel Engagement den Sprung in Arbeit und Ausbildung schaffen wollen und zum anderen, dass auch die Bereitschaft der Unternehmen, den jungen Schutzsuchenden Praktikumsplätze, aber auch Berufs- bzw. Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, ausgesprochen hoch ist. Dennoch möchte ich den Entscheidern in den Unternehmen zurufen, sich weiterhin so vorbildlich für die Integration von Schutzsuchenden zu engagieren. Es lohnt sich!“

Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, betonte: "Gerade die jungen Schutzsuchenden sind angesichts des demografischen Wandels und der sich abzeichnenden Fachkräftebedarfe ein großes Potential. Sie brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Es muss uns gelingen, für viele von ihnen Wege in eine Ausbildung zu eröffnen. Dabei ist das Projekt "Sprungbrett – Ausbildung für Flüchtlinge" ein wichtiger erster Baustein. Insbesondere die Verzahnung von Sprachvermittlung, Berufsorientierung und Kompetenzfeststellung, von Arbeitserprobungen und betrieblichen Praktika ist erfolgversprechend und eine Investition in die Zukunft." Die Regionalbereichsleiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), Frau Tanja Karten ergänzte abschließend: „Wir arbeiten im Auftrag der Wirtschaft und sind überzeugt, dass die schnellste und erfolgreichste Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen darin besteht, am Arbeitsleben teilhaben zu können. Die Initiative Sprungbrett leistet einen wertvollen Beitrag, dass junge Schutzsuchende so schnell wie möglich eine Ausbildung erhalten, sich auf Deutsch verständigen können, unsere gesellschaftlichen Strukturen verstehen lernen und damit ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Dabei ist uns in unserem Handeln ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe wichtig. Wir freuen uns über die Vielzahl an Unternehmen, die diesen Weg mit uns gehen.“

Des Weiteren berichteten drei Teilnehmer/-innen des Projektes aus dem Irak und Syrien über ihre Erfahrungen auf dem Weg in die berufliche Zukunft sowie zu ihren Erwartungen.


Pressekontakte:

Tanja Karten
Regionalbereichsleiterin Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW)
Telefon: 0431 – 8880664-1
E-Mail: Tanja.KartennoSpam@faw.de

Dr. Horst Schmitt 
Leiter Presse und Marketing Bundesagentur für Arbeit 
Telefon: 0431 – 3395-5160
E-Mail: Nord.PresseMarketingnoSpam@arbeitsagentur.de

Sebastian Schulze
Pressesprecher UVNord – Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V.
Tel.: 04331 – 1420-55
E-Mail: schulzenoSpam@uvnord.de

Thomas Schunck
Pressesprecher Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein
Tel.: 0431 – 988-5805
E-Mail: thomas.schuncknoSpam@bimi.landsh.de

 

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18.07.2016