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Ausbildung in Handwerk und Handel: viel Potenzial für Jugend und Stadt

Das duale Ausbildungssystem ist die größte Stütze einer nachhaltigen Fachkräftesicherung. Eine Lehre macht junge Menschen fit für die Zukunft. Auszubildende eines Autohändlers und eines Zimmereibetriebs geben Hamburgs Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher Einblick in ihre Wunschberufe und die Ausbildungsleistung ihrer Betriebe

 

Hamburg, 5. Juli 2023 – In der Praxis, vor Ort, rücken Handwerks- und Handelskammer den Wert des dualen Ausbildungssystems für den Wirtschaftsstandort Hamburg sowie die Bedeutung einer Ausbildung für eine sichere berufliche Zukunft junger Hamburgerinnen und Hamburger gemeinsam in den Fokus. Im Rahmen einer konzertierten Aktion pro duale Ausbildung des Fachkräftenetzwerks Hamburg besuchte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher Auszubildende der BMW Niederlassung Hamburg und des Zimmereibetriebs Holzbau Somann.

 

Die Ausbildungsbereitschaft Hamburger Unternehmen ist groß. Die Wirtschaft braucht qualifizierte Fachkräfte mehr denn je. Eine duale Ausbildung ist der Königsweg in eine sichere berufliche Zukunft – mit vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen für ausgelernte Fachkräfte. Das sind die Fakten. Die Realität auf dem Ausbildungsmarkt jedoch spiegelt dies nicht wider: Das Angebot an Ausbildungsplätzen übersteigt die Nachfrage junger Menschen nach einer Lehrstelle bei Weitem.

 

In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hamburg sind zurzeit 1.312 freie Lehrstellen veröffentlicht – 965 für einen Ausbildungsbeginn in diesem Jahr, 347 Lehrstellen fürs Ausbildungsjahr 2024. Die Zahl der bisher insgesamt in 2023 veröffentlichten Stellen liegt nur ganz knapp unter dem bisherigen Melderekord Hamburger Handwerksbetriebe im Jahr 2019 (1.563). Was die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe betrifft, ist in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. Die Handelskammer weist rund 1.300 freie Ausbildungsplätze für 2023 und mehr als 400 Lehrstellen für 2024 aus.

 

Insgesamt stehen laut Arbeitsagentur in Hamburg 4.709 freien Ausbildungsplätze 2.658 unversorgte Bewerbende um eine Ausbildung gegenüber. Das entspricht 1,8 Stellen für jeden jungen Menschen. Zwar ist die „Corona-Delle“, die sich mit rückläufigen Ausbildungsvertragszahlen auf den Ausbildungsmarkt auswirkte, überwunden und tendenziell geht es wieder etwas aufwärts. Dennoch: Jahr für Jahr bleiben immer noch viel zu viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Wert und Potenzial einer beruflichen Ausbildung werden unterschätzt.

 

Das zu ändern, hat sich ein Aktionsbündnis aus dem Fachkräftenetzwerk Hamburg auf die Fahnen geschrieben. Ziel ist es, jungen Menschen jeden Alters, Eltern aus allen Gesellschaftsschichten und Lehrkräften aller Schulformen den Wert und Sinn einer beruflichen Ausbildung näherzubringen sowie den politischen Akteuren Hamburgs die Bedeutung der enormen Ausbildungs- und Integrationsleistung der Betriebe für die Stadt deutlich in Erinnerung zu rufen. Dem Bündnis gehören die Hamburger Partner aus der Agentur für Arbeit, dem DGB, der Handwerkskammer, der Handelskammer, dem Unternehmensverband Nord sowie der Sozial- und der Schulbehörde an. Die heutigen Betriebsbesuche des Ersten Bürgermeisters auf Einladung der Handwerks- und der Handelskammer sind der Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten, die deutliche Akzente pro duale Ausbildung in Hamburg setzen sollen.

 

Heute mit einem Blick in die Praxis: Im Verkaufs- und Präsentationsraum der BMW Niederlassung Hamburg erklären Auszubildende Bürgermeister Tschentscher, wie sie ihre eigene Firma managen und geben Einblick in die Funktionsweise eines Elektromotors der neuesten Generation. In der Werkstatt der Zimmerei Holzbau Somann, direkt gegenüber im Handwerkerhof Meistermeile, zeigen Azubis, wie sie ein Solarpanel solide und sicher auf einem Dach befestigen.

 

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Übergang von der Schule in den Beruf ist eine wichtige Lebensphase. Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, legt ein starkes Fundament für die berufliche Zukunft und ein eigenständiges Leben. In Hamburg gibt es viele Branchen und Berufe und einen großen Bedarf an Nachwuchskräften: Alle jungen Leute werden gebraucht. Gemeinsam mit der Wirtschaft hat der Senat die berufliche Bildung seit 2011 grundlegend neu organisiert. Damit ist Hamburg bundesweit Vorbild für eine moderne Berufsausbildung.“

 

Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Eine Ausbildung im Handwerk ist zukunftssicher. Deshalb möchten wir wieder mehr junge Menschen für handwerkliche Berufe begeistern. Dabei werden wir noch gezielter Multiplikatoren wie Eltern, Lehrkräfte und Beratende ansprechen, die einen starken Einfluss auf die Berufsorientierung der Jugendlichen haben. In sicheren Jobs und mit guten Karrierechancen in handwerklichen Berufen, die Spaß machen und Sinn stiften, können junge Talente ihre wertvollen beruflichen wie persönlichen Potenziale voll ausschöpfen. Ich danke den beteiligten Betrieben für ihre Ausbildungsleistung und beglückwünsche die Auszubildenden zu ihrem Entschluss, eine Lehre zu machen. Meine Bitte: weiterlernen, weitermachen und weitererzählen.“

 

Wilfried Baur, Vizepräses der Handelskammer Hamburg: „Mit unserer deutschlandweiten Kampagne ‚Jetzt #könnenlernen‘ sprechen echte Azubis die Fachkräfte von morgen authentisch in sozialen Netzwerken an. Aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber haben wir die positivste Lage am Ausbildungsmarkt seit langer Zeit. Unsere heutige gemeinsame Aktion zeigt das immense Bemühen von Wirtschaft und Politik, junge Leute von den riesigen Chancen einer dualen Ausbildung zu überzeugen. Selbst für den Start im Oktober ist es noch nicht zu spät. Es stehen so viele verschiedene Karrierewege offen wie nie, daher sage ich, nutzt die Sommerferien und bewerbt euch!“

 

Reinhold Wellen, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Hamburg: „In zwei Monaten startet die Ausbildungssaison 2023. In jeder Branche, für jeden Schulabschluss, ob technisch, handwerklich, kaufmännisch oder im Gesundheits- oder Sozialbereich sind noch Ausbildungsstellen unbesetzt. Überall steht die Ampel auf Grün für einen guten Berufseinstieg. Eine duale Berufsausbildung sichert nicht nur die berufliche Zukunft, sondern bietet auch gute Verdienstmöglichkeiten und eine Basis für berufliche Entwicklung. Durchschnittlich verdienen Meister mehr als Uni-Absolventinnen und -Absolventen mit einem Bachelor-Abschluss.“

 

Dr. Philipp Murmann, UVNord-Präsident: „Eine duale Ausbildung ist der perfekte Start ins Berufsleben. Viel Praktisches im Betrieb und darüber hinaus Theoretisches in der Berufsschule sind eine Erfolgskombination. Nach der Ausbildung stehen den jungen Menschen viele Karrieremöglichkeiten für ein erfülltes Arbeitsleben zur Auswahl. Es gibt weit über 100 verschiedene Ausbildungsberufe, da ist für jeden etwas dabei. Über ein Praktikum lernt man die Ausbildungsberufe am besten kennen. Die Unternehmen freuen sich auf viele Bewerberinnen und Bewerber! Gerade in Zeiten großer Unsicherheit ist die Ausbildung eine wichtige Basis für eine gesicherte Zukunft.“

 

 

 

Bildunterschriften:

 

Foto_1: Inhaber und Auszubildende der Zimmerei Holzbau Somann mit Handwerkskammerpräsident Hjalmar Stemmann, UVNord-Präsident Dr. Philipp Murmann, Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Handelskammer Vizepräses Wilfried Baur und dem Operativen Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, Reinhold Wellen

Foto_2: Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg mit Auszubildenden der BMW Niederlassung Hamburg

Fotohinweis: © Handwerkskammer Hamburg

 

 

Weitere Infos, Zahlen und Fakten erhalten Sie im anhängenden Faktenpapier und hier:

 

Berufsorientierung bei der Handwerkskammer

Berufsorientierung bei der Handelskammer
Jugendberufsagentur Hamburg

Fachkräftenetzwerk Hamburg

BMW Niederlassung Hamburg
Holzbau Somann Zimmerei GmbH

 

 

Kontakt für Medien:

Handwerkskammer Hamburg
Christiane Engelhardt
Telefon 040 35905-227
christiane.engelhardt@hwk-hamburg.de

Handelskammer Hamburg
Peter Feder
Telefon 040 36138-549
peter.feder@hk24.de