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Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften im Schulterschluss: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung vorgestellt

KIEL. Mit der Gründung des „Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Weiterbildung“ (KoFW) stemmen sich Land, Wirtschaft, Gewerkschaften und Bildungsfachleute gegen die drohende Fachkräftelücke. „Wenn wir nichts tun, dann driftet Schleswig-Holstein im Jahr 2030 auf eine Fachkräftelücke von rund 98.000 Menschen zu. Dem Arbeitsmarkt werden dann absehbar 85.000 Personen mit Berufsabschluss und 12.000 Menschen mit Hochschulabschluss fehlen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute (11. August) in Kiel. „Alle Partner unserer Fachkräfte-Initiative sind sich deshalb einig, dass wir eine gemeinsame Strategie brauchen und die Maßnahmen auch effektiv umsetzen“, so Meyer. Dabei solle das mit sechs Vollzeitstellen ausgestattete und organisatorisch im Haus der Wirtschaftsverbände in Rendsburg ansässige Kompetenzzentrum helfen, diese Strategie weiter zu entwickeln und umzusetzen.

Wie Meyer weiter sagte, bestehe die Aufgabe des KoFW vor allem darin, die von den 23 Partnern der Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ identifizierten rund 140 Optionen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels qualitativ zu optimieren. Konkret solle das KoFW die Effektivität der vorgeschlagenen Maßnahmen mit einem Monitoring-System untersuchen und Wege aufzeigen, wie die Fachkräftesituation zügig verbessert werden könne. Zugleich soll das Kompetenzzentrum ein zentraler Wissensträger im Bereich der beruflichen Weiterbildung sein.

Angesichts der ehrgeizigen Ziele der Fachkräfteinitiative sei es nach den Worten von Meyer enorm hilfreich, dass die Partner des KoFW breit aufgestellt seien. Im Einzelnen handelt es sich um eine Kooperation von:

  • gefas - Gesellschaft für Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik - Institut der Unternehmensverbände Nord - e.V.
  • UV Nord, der über seine angeschlossenen 84 Mitgliedsverbände die Interessen von mehr als 41.000 Unternehmen vertritt, die in Hamburg und Schleswig-Holstein rund 1,55 Millionen Menschen beschäftigen.
  • ver.di-Forum Nord gGmbH, ein bundesweit anerkannter Projektträger und Dienstleister in der Weiterbildung mit Fachkompetenzen bei den Themen Bildungsberatung und bildungsbezogene Datenbanken.
  • Arbeit und Leben Schleswig-Holstein e.V. – ein Verein in Trägerschaft des DGB und der Volkshochschulen.
  • Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, das seine wissenschaftlichen Kompetenzen im Themenbereich Fachkräftesicherung (indikatorengestütztes Monitoring) einbringen wird.
  • oncampus GmbH, die als 100-prozentige Tochter der Fachhochschule Lübeck bundesweit führend im Bereich E-Learning und berufsbegleitende Weiterbildung ist.


Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung hat bereits im Mai seine Arbeit aufgenommen und ist künftig zentraler Ansprechpartner in Schleswig-Holstein.

Das Land fördert das KoFW aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmitteln in Höhe von zusammen knapp 1,6 Millionen Euro für die Jahre 2015 - 2018.

UVNord- Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich: „ Die Gründung des Kompetenzzentrums ist Ausdruck weitsichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Eine echte Hilfe für Betriebe und Beschäftigte. Das richtige Signal zur richtigen Zeit.“

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord): „Fachkräfte gehen dahin, wo Arbeit gut honoriert wird und die Arbeitsbedingungen stimmen – eine gute Aus- und Weiterbildung gehört dazu. Daher begrüßt der DGB Nord ausdrücklich den breiten Ansatz des neuen Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Weiterbildung. Es bietet auch Betriebsräten und gewerkschaftlichen Vertrauensleuten eine umfangreiche Beratung mit einem Service, der die betriebliche Praxis positiv verändern kann. Wenn die Fachkräftebasis in Schleswig-Holstein gestärkt werden soll, ist in den Betrieben und Unternehmen Schleswig-Holsteins noch einiges zu bewegen, auch mit Blick auf alternsgerechte und familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Entlohnung. Gut, dass Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften dies nun gemeinsam und koordiniert angehen wollen.“

Prof. Dr. Udo Beer, Präsident der Fachhochschule Kiel: „Ich freue mich, dass die Fachhochschule Kiel über ihre GmbH in das Kompetenzzentrum eingebunden ist. Die Fachhochschulen sind der traditionelle Partner der regionalen Wirtschaft, wenn es um den akademischen Nachwuchs geht. Sie konnten unter den Bedingen der Hochschulpakte die Zahl ihrer Absolventeninnen und Absolventen deutlich erhöhen und gerade auch im MINT-Bereich dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Der Hochschulpakt III ermöglicht die Fortsetzung dieser positiven Entwicklung.“

Ansprechpartner:
Ulrich Katenbrink (Gesamtkoordination)
c/o gefas - Gesellschaft für Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik -
Institut der Unternehmensverbände Nord - e.V.
Paradeplatz 9, 24768 Rendsburg, T 04331 / 1319-20, E-Mail u.katenbrinknoSpam@gefas-uv.de


Schleswig‐Holsteins Wirtschaft nach wie vor unzufrieden mit der Arbeit der Landesregierung

Zustimmungswerte haben sich aber leicht verbessert

UVNord‐Präsident Wachholtz: Sehnsucht nach dem ersten mittelstandsfreundlichen Gesetz wächst!


Kiel. „Schleswig‐Holsteins Wirtschaft ist nach wie vor unzufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. Auch wenn sich gegenüber der letzten Umfrage aus dem Herbst 2014 die Zustimmungswerte zur Arbeit der Regierungskoalition verbessert haben (von 24 % auf 30 %) ist die Kritik ungebrochen, auch was die bisherigen Gesetze der regierungstragenden Fraktionen im Landtag anbetrifft.

Die Arbeit des Ministerpräsidenten überzeugt die befragten Unternehmen noch nicht. Lediglich 17 % (Herbst 2014: 16 %) bewerten seine Arbeit als gut. Positiv hervorgehoben wird sein starkes Engagement beim Flüchtlingspakt und gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister auch sein Einsatz für die Sanierung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Negativ bewertet und ihm zugerechnet wurden die Abwanderungstendenzen des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Umweltministers nach Berlin und dessen Bewerbungsaktivitäten zulasten des Landes, wie bei der Biotopkartierung oder der Riffmeldung am Fehmarnsund.

Auch die Emanzipation weiter Teile der Polizei vom Innenminister hat nicht zur Steigerung des Ansehens der Landesregierung beigetragen. Gleiches gilt für den beantragten parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Friesenhof‐Heimen. Zudem lässt die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Hamburg, außer bei dem Thema Olympia und der Koordinierung der A7, noch zu wünschen übrig“.

Dieses Resümee aus der Politikumfrage zog UVNord‐Präsident Uli Wachholtz auf der Sommerpressekonferenz seiner Organisation.

24 % (Herbst 2014: 9 %) der befragten Unternehmen bewerten die derzeitige Zusammenarbeit Schleswig‐Holsteins mit Hamburg als gut, 72 % als verbesserungsbedürftig und 4 % als nicht gut. Die Unternehmen vermissen konkrete Maßnahmen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder. Auch in den Bereichen Bildungs‐ und Arbeitsmarktpolitik wünschen sich die Unternehmen eine engere Zusammenarbeit. Ein Ende des Gastschulabkommens wird ebenso von den befragten Unternehmen gefordert. Auch hätten die vergangenen Monate genutzt werden können, um gemeinsame energiepolitische Positionen für den Norden zu erarbeiten. Gelobt dagegen wird die enge länderübergreifende Zusammenarbeit zum Thema „Olympia‐Bewerbung“.

Die einzelnen Ressorts wurden höchst unterschiedlich bewertet. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass das Finanzministerium, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie sowie das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten die höchsten Zustimmungswerte erfahren haben.

Platz 1: Finanzministerium
Platz 2: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie
Platz 3: Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten
Platz 4: Ministerium für Justiz, Europa und Kultur
Platz 5: Ministerium für Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und ländliche Räume
Platz 6: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung
Platz 7: Ministerium für Schule und Berufsbildung

Die Bewertungen der befragten Unternehmen bezüglich der weiteren Ministerien sowie die vollständigen Ergebnisse der Umfrage können unter www.uvnord.de abgefordert werden.

UVNord ist der wirtschafts‐ und sozialpolitische Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft.UVNord vertritt über seine 84 Mitgliedsverbände die Interessen von über 41.000 Unternehmen, die in Hamburg und Schleswig‐Holstein 1,55 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten. UVNord ist zugleich die schleswigholsteinische Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

10.07.2015

Vollständige Umfrageergebnisse


Norddeutsche Wirtschaft vermeldet gut gefüllte Auftragsbücher

Optimismus auch für den weiteren Jahresverlauf
Aber: Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück

Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter stabil


Kiel. „Die norddeutsche Wirtschaft blickt im Sommer 2015 auf ein insgesamt positives 1. Halbjahr zurück. Umsatz und Auftragseingänge haben sich positiv entwickelt. Die weiteren Aussichten dieses Jahres sind von leichtem Optimismus geprägt. Mehr als jedes dritte Unternehmen erwartet steigende Auftragseingänge bis Ende September. Die Risikofaktoren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung aber wachsen. Die Euro‐ und Finanzkrise mit der Tragödie in Griechenland, die andauernde Ukraine‐Krise und so gut wie keine mittelstandsfreundliche Politik schlagen sich auf die Stimmung und auf die Investitionsbereitschaft nieder. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist erfreulich stabil.“

Dieses Resümee aus der UVNord‐Sommer‐Konjunkturumfrage in Schleswig‐Holstein und Hamburg zog UVNord‐Präsident Uli Wachholtz auf der Sommerpressekonferenz seiner Organisation in Kiel.

Das Gesamtergebnis der Sommerumfrage zeigt, dass die norddeutsche Wirtschaft nach den ersten beiden Quartalen 2015 auf gutem Kurs ist.

40 % der befragten Unternehmen vermelden im 1. Halbjahr gestiegene Umsätze. Bei 27 % ist das reale Umsatzvolumen jedoch gefallen. Der Auftragseingang ist bei 40 % der befragten Unternehmen im 1. Halbjahr dieses Jahres gestiegen.

Die Investitionsneigung ist verhalten. Zwar wollen 24 % der befragten Unternehmen ihre Investitionsneigung gegenüber dem Vorjahr erhöhen, 29 % aber wollen ihre Investitioneneinschränken.

Die Auftragserwartung der Unternehmen bis Ende September 2015 fällt positiv aus. 34 %der befragten Unternehmen rechnen mit steigenden, 51 % mit gleich bleibend hohen und nur 15 % mit sinkenden Auftragseingängen.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist erfreulich stabil. Es werden noch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen.

Die Situation in den verschiedenen Branchen ist höchst unterschiedlich. Während dieChemische Industrie, die Ernährungsindustrie und der Dienstleistungssektor gute Zahlenund Erwartungen vermelden, hat sich die Lage in der Metall‐ und Elektroindustrie spürbar ins Negative verändert. Eingetrübt hat sich auch die Lage in der Bauwirtschaft.

Die vollständigen Ergebnisse der Blitzumfrage können unter www.uvnord.de abgefordert werden.

UVNord ist der wirtschafts‐ und sozialpolitische Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft.UVNord vertritt über seine 84 Mitgliedsverbände die Interessen von über 41.000 Unternehmen, die in Hamburg und Schleswig‐Holstein 1,55 Millionen Menschensozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten. UVNord ist zugleich die schleswig-holsteinische Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

10.07.2015

Vollständige Umfrageergebnisse